Schon in der frühen Kindheit entscheidet der Geldbeutel der Eltern über Qualität und Zugang zu Bildung. Im Schulsystem verstärken sich diese Unterschiede, anstatt sich auszugleichen.
Doch wer Bildungsgerechtigkeit als soziale Wohltat abtut, denkt zu kurz. Das ifo-Institut hat es durchgerechnet: Würden wir die Bildungsleistungen in Deutschland ernsthaft verbessern, könnte das bis zum Ende dieses Jahrhunderts zusätzliche 21 Billionen Euro Wirtschaftsleistung bedeuten. Zum Vergleich: Das gesamte deutsche BIP eines ganzen Jahres liegt bei etwa 4,7 Billionen Euro. Wir reden also von einem Vielfachen dessen, was dieses Land in einem Jahr erwirtschaftet – liegen gelassen, weil wir Talente nach Postleitzahl aussortieren statt nach Potenzial. Jedes Kind, das wegen seiner Herkunft nicht sein Bestes geben kann, ist ein Verlust – für sich selbst und für alle anderen. Wir brauchen jedes Talent: in der Werkstatt, im Labor, im Klassenzimmer und im Büro. Eine echte Leistungsgesellschaft ist nicht einfach ein Gerechtigkeitsprojekt. Sie ist unsere wichtigste Wachstumsstrategie. Und sie beginnt damit, dass wir aufhören, sie zu verschwenden.
Junge Menschen sind kein Kostenfaktor, sondern das größte Potenzial dieser Gesellschaft.
Quelle: Ungleichheit.info & Ifo Schnelldienst digital, 2025